Kroniche Schprüchwötte und anesch Gewaaf

 
  Von meinem Opa Hans Kremer 1967 gesammelt. Es werden nach und nach immer mehr dazukommen wenn ich die Zeit finde alles einzutippen! (es sind insgesamt 239 in dem Büchlein!)  
  1-10 11-20 21-30 31-40 41-50 51-60 61-70 71-80 81-90 91-100 101-110 111-120 121-130 131-140
141-150 151-160 161-170 171-180 181-190 191-200 201-210 211-220 221-230 231-239
 
     
  41) Dä hot en Flejck nejben Luech noogflickt  
  Der hat den Flecken (ein Stück Ausbesserungstuch) neben das vorhanden Loch geflickt  
  Einer, der nicht viel zuwege bringt,m der meist alles verkehrt macht
Ein Mensch ohne Übersicht, ohne Überlegung und Planung, der einfach darauf los arbeitet
 
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  42) Dä säuft wie a Luech  
  Der säuft wie ein Loch  
  Der trinkt/säuft wie ein unstill- und unfüllbares Loch eines Gefäßes in sich hinein, immerzu ohne aufzuhören und viel
bekommt nicht genug (eben wie bei einem Loch durch das alles wieder abläuft)
 
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  43) Dä tut kann Muffe (Redt und dät njet)  
  Der tut/macht keinen Laut  
  Der rührt/muxt sich nicht; ist still, schweigsam, uninteressiert
auch "Des is a Muff"=wie bei einem Muffaus Tierfell zum Händewärmen wo es auch still und geräuschlos zugeht
Auch für einen einsilbigen, zurückgezogenen, stillen Menschen verwendet
aber auch im unguten Sinne da der Betreffende grundlos, absichtlich und verstockt schweigt
 
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  44) Naus die Welt  
  Hinaus in die Welt  
  Allgemeine Redensart dür Außer Haus gehen z.B. in den Garten, in den Hof, auf die Straße, in den Wald also immer gemeint sich außerhalb des Gebäudes zu begeben, obwohl dies selbstverständlich auch für "in die Welt" steht. Dieser Ausdruck hat also nicht die Bedeutung etwa einer Reise nach auswärts sondern wird lediglich für ein kutzfristiges Außer-Hausgehen angewandt  
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  45) Dä hupft rüm wie a Fuetz in de Reiten  
  Der hüpft herum wie ein Furz/Schiß im Barren  
  Einer der nicht Ruh und Rast kennt, der ständig unterwegs ist, auch aus nichtigen Gründen, der aber auch nicht weiß was er eigentlich will.
Zur Erklärung: Wenn man sich den Vorgang versinnbildlicht, dann reizt dieser ohne weiteres zum Lachen, denn es wird ja gesagt daß ein Furz/Schiß in der Reitern (der Futtertrog, der Barren mit schrägen oder senkrechten Sprossen für das Trockenfutter im Viehstall) von Sprosse zu Sprosse bzw zwischen diesen hölzernen Stäben immer durch den leeren Zwischenraum hüpft und schlüpft
 
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  46) Dä heult Ruez-a-Wasse  
  Der heult Rotz/Nasenschleim und Wasser/Tränen  
  Einer der so arg weinen muß daß ihm das Wasser aus Augen und Nase tropt. Gemeint ist also ein arges, langes, unstillbares, auch aus schwerwiegenden Gründen entstandenes Weinen und meist laut schluchzendes Heulen  
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  47) Dä hot aa alla Minutn an annen Schiß  
  Der hat/tut ununterbrochen einen Schiß/Furz  
  Dem fehlt immer wieder und zwar in kurzen Zeiträumen etwas anderes, hat ständig eine andere Meinung
auch: Der ist laufend krank
 
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  48) Aane fettn Sau en Aosch schmijen  
  Einer fetten Sau denHintern/Arsch schmieren  
  Einen der schon genug hat, der reich ist, der schon dick, voll und fett ist zusätzlich noch etwas zuwenden, geben, schenken obwohl er solche Schenkungen und Gaben nicht braucht  
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  49) Dä will en Souck hou zammst en Schnörpfl  
  Der will den Sack haben mit mitsamt dem Zipfel  
  Bezeichnung füreinen, der nicht genug bekommt, der immer alles, jedes haben will. Der erst dann zufrieden ist wenn er alles hat und seine ganzen Wünsche erfüllt sind. Zumeist für Geizhälse, Habgierigkeit u.ä. gebraucht  
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  50) Njet wißta und njet hott  
  Nicht links und nicht rechts  
  Nicht abwegig gehen, einer der geradezu auf das Ziel zugeht und keine irrigen Wege macht
Aber auch: Einer der trotzdem nicht recht weiß was er will und unentschlossen ist, wenn man z.B. sagt: Der weiß nicht soll er rechts oder links gehen. "Wißta" ist links und "hott" ist rechts und der bäuerlichen Umganssprache mit den Zugtieren entnommen, womit der Bauer seine Tiere indie gewünschte Richtung dirigiert.
 
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