Kroniche Schprüchwötte und anesch Gewaaf

 
  Von meinem Opa Hans Kremer 1967 gesammelt. Es werden nach und nach immer mehr dazukommen wenn ich die Zeit finde alles einzutippen! (es sind insgesamt 239 in dem Büchlein!)  
  1-10 11-20 21-30 31-40 41-50 51-60 61-70 71-80 81-90 91-100 101-110 111-120 121-130 131-140
141-150 151-160 161-170 171-180 181-190 191-200 201-210 211-220 221-230 231-239
 
     
  51) Mei bißla Hoppedihöi  
  Mein geringes Eigentum  
  Mein bißchen, wenig Hausrat, Eigentum, Mitgift; also ganz geringer, unbedeutender Besitz - zumeist natürlich an beweglichem Gut - gemeint.
so wenig daß man damit leicht damit davonhoppeln/hüpfen könnte
 
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  52) Die Schlöppm nuntehenga  
  Den Mund hängen lassen  
  Die Mundwinkel, die Lippe, den Mund hängen lassen; schlapp machen, nach unten verziehen aus Gram, Ärger, beim Weinen
auch zutreffende Bezeichnung für Beleidigtsein
 
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  53) Spiel Flöitn ode Baß  
  Spiele Flöte oder Baß  
  Redensart für einen Unentschlossen; also Aufmunterung: Mache entweder das Eine oder das Andere
zweimal das Gleiche gibts nicht; entscheide dich für das Eine von Beiden
 
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  54) Alla Fuez laong  
  alle Furz/Schiß lang  
  In kurzen Abständen; ständig jedoch in kurzer Aufeinanderfolge; kurze Zwischenzeiten; immer wieder; widerholend (eben so, wie bei manchen Menschen und zu manchen Zeiten in kurzen Abständen eine Schiß abgeht)  
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  55) A silbenes Nixla und a goldenes Watt-awengela  
  Ein silbernes Nichts und ein goldenes Warte-nur-ein-Weilchen  
  Als lustige Redewendung für Einen gebraucht, der nichts geschent erhält, z.B. an Weihnachten: Du krigst a silbenes Nixla und a goldenes Watt-awengela, d.h. du kriegst gar nichts, weder das Eine noch das Andere; bekommst keine Gabe; bekommst ein versilbertes Nichts (Nichts ist ja Nichts auch wenn es zu versilbern wäre) und ein goldenes Warten, ein immer darauf Harren; du kannst also noch lange und vergeblich hoffen. Damit aber nicht so schwer fällt ist eben das Nichts versilbert und das Warten vergoldet  
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  56) A Gscheiß und Getu  
  Eine Scheißerei/Gescheiße und Getue  
  So ein Wesen, so eine Wichtigtuerei, Rechthaberei, so ein Besserwissen zu machen
Mach dich nicht so wichtig mit deinen Ansichten, es ist ja nicht der Rede wert, übertreibe nicht; es ist weniger als einen Schiß und deine Angeberei wert
 
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  57) Hou mich gään  
  Habe mich gern!  
  Nie im tatsächlichen und wirklichen Sinne gemeint, sondern nur eine höfliche Umschreibung von: Leck mich am Arsch! des Götz von Berlechingen (Leck mich aom Aosch!)
Auch: laß mich in Ruhe; ich will nichts von dir wissen; mach daß du weiterkommst.
Und damit es keine Verwechslung gibt sagt der Kronacher und Frankenwäldler nicht zu seiner Liebsten bzw. seinem Liebsten "Hou mich gään" sonder "Moug mich" (=Tu mich halt mögen, liebe mich, habe mich gerne)
 
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  58) Die Zunga denouch bleckng  
  Die Zunge aus besonderm Anlaß herausstrecken  
  Sich nach etwas Gutem, gelustigen sehnen; Geschmack haben an etwas und zwar so sehr daß einem sogar schon vorher und vor Sehnsucht und Gier die Zunge heraushängt.  
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  59) Dä is auf de Zech  
  Der ist auf der Zeche  
  Der ist zum Bretterschneiden heute an seinem angesetzten und vereinbarten Schneidtag in der Schneidmühle. Dies ist ein alter Schneidmüller-Ausdruck, der aber nichts mit dem anderen Wort "Zeche" (im Wirtshaus) zu tun hat, sondern mit dem Wort "Zeichen", womit das Stamm- und Blochholz des Besitzers gekennzeichnet wird; also: an diesem Tag wird "unter diesem Zeichen" gearbeitet.  
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  60) Fotts Duef  
  Fort ins Dorf  
  "Dä is aweng foots Duef" zum Beispiel: Der ist ein wenig fort und zwar is Dorf; er ist also außer Haus, jedoch nicht weit weg, vielleicht auch nur zu Verwandten und Bekannten.
Meist aber auch der Weg is Ortswirtshaus (bei Männern) gemeint.
 
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