Kroniche Schprüchwötte und anesch Gewaaf

 
  Von meinem Opa Hans Kremer 1967 gesammelt. Es werden nach und nach immer mehr dazukommen wenn ich die Zeit finde alles einzutippen! (es sind insgesamt 239 in dem Büchlein!)  
  1-10 11-20 21-30 31-40 41-50 51-60 61-70 71-80 81-90 91-100 101-110 111-120 121-130 131-140
141-150 151-160 161-170 171-180 181-190 191-200 201-210 211-220 221-230 231-239
 
     
  61) Dou bista obe aufm Huelzwejg  
  Da bist du aber auf dem Holzweg  
  Da bist du auf falschen, ungeraden, holprigen Wege; da kommst du nicht gut weiter; da ist kein fester Untergrund für dein Vorhaben; das ist kein fundierter Weg, eben nur ein Weg durchs Holz, durch den Wald führt.  
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  62) Dä schreit Zitteramöde  
  Der schreit zitternd als ob Mörder kämen  
  Der hat große Schmerzen und schreit wie ein Wilder herum; zittert wie vor einem Mörder
Also Ausdruck größter Angst und Gefahr
Man hört es auch so: "Dä schreit wie a Zitteramöde!"
 
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  63) Dä hängt oom Spieß  
  Der hängt an einem Spieß  
  Dem geht es sehr schlecht und darum schreit er auch wie wenn er in der Luft und ohne Boden unter den Füßen an einem Spieß aufgehängt wäre; der ist aufgespießt sodaß ihn auch jedermann sieht wie er jammert, wie es ihm schlecht geht.
Auch für Übertreibungen: Der tut so, der schreit so als ob er am Spieß hinge.
 
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  64) Schmecks Kröpfete!  
  Schmecke, versuche es mit deinem Kropf  
  Versuche es doch selbst einmal, errate es doch; probier mal
Gemeint ist damit auch, daß es einem sicher nicht mehr schmeckt wenn man ihn zum Essen auffordert weil oder wenn er seinen "Kropf" (Hals) schon voll hat.
 
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  65) Hou! Sejh ruck!  
   
  Dafür gibt es keinen hochdeutschen Ausdruck; es ist eine sich oft selbst befehlende Redewendung aus der Flößersprache und stellteine Aufforderung zu kräftigem Anpacken und Mithelfen bei dieser schweren körperlichen Arbeit dar.  
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  66) Mje wölln den Klan öscht amol brunz louß  
  Wir wollen den Kleinen erst einmal urinieren lassen  
  Wenn ein Junge auf die Welt kommt, dann lädt der stolze Vater erst einmal seine besten Freunde zu einem Trunk ein und spendiert diesen, bei uns zumeist Bier. Dabei wird auf das gesundheitliche Wohl und Gedeihen des Stammhalters oft und viel und zu lange miteinander getrunken und angeprostet  
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  67) Leck mich am Aosch! (Hou mich gään)  
  Lecke mich am Arsch!  
  Dieses bekannte Zitat des Götz von Berlechingen ist wohl der derbste Ausdruck für die Aufforderung: Laß mich in Ruhe! Ich will nichts von dir wissen; laß mich gehen; laß mir den Frieden; ich will mit dir gar nichts zu tun haben. Man wünscht also dem Anderen damit das Unschönste, Schmutzigste was der Mensch an sich hat. Allerdings ist dieser Wunsch nie wörtlich gemeint.  
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  68) Ich scheiß de wos!  
  Ich scheiße dir etwas  
  Wie Nr. 67 nicht im wörtlichen Sinne gemeint. also: Ich will nichts mehr von dir wissen; du bist mir egal; ich verzichte auf dich; du bist für mich übrig; von mir kannst Du nichts haben/erhalten; du erhältst im Höchstfall das Geringste und Minderwertigste von mir das ich habe.  
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  69) Klaana Dräckla - grueßa Fötz  
  Kleine Drecke, große Furze  
  Kleine Leistung aber große Sprüche
Bezeichnung für einen Angeber und Prahlhans bei dessen Getue in Wort und Tat nichts dahinter ist.
 
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  70) Ich hou Schiß  
  Ich habe Schiß  
  Ich habe Angst, ichkönnte vor Angst, Sorge, Kummer, Feigheit in die Hoße scheißen
Auch für den Nächsten gebraucht: Dä hot Schiß=der traut sich nicht.
 
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