Kroniche Schprüchwötte und anesch Gewaaf

 
  Von meinem Opa Hans Kremer 1967 gesammelt. Es werden nach und nach immer mehr dazukommen wenn ich die Zeit finde alles einzutippen! (es sind insgesamt 239 in dem Büchlein!)  
  1-10 11-20 21-30 31-40 41-50 51-60 61-70 71-80 81-90 91-100 101-110 111-120 121-130 131-140
141-150 151-160 161-170 171-180 181-190 191-200 201-210 211-220 221-230 231-239
 
     
  111) Auf an gruebm Kluetz ghüet a gruebe Keil  
  Auf einen groben Klotz gehört ein grober Keil  
  Derb gegen Derb; eine schwere Sache läßt sich nicht so einfach, auf leichte Weise erledigen
je härter der Klotz, z.B. das Holz oder eine Sache ist, desto fester/stabiler/unnachgiebiger muß auch das Handwerkszeug/das Werkzeug/der Eisenkeil sein, mit dem das Material bearbeitet werden soll
Ein an und für sich unschöner Standpunkt nach dem Grundsatz: Auge um Auge, Zahn um Zahn! Oder: Wie du mir, so ich dir - aber trotzdem lebenswahr und manchmal nötig.
 
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  112) Ich freß an Bejsn zammstn Stiel  
  Ich fresse einen Besen mitsamt dem Stiel  
  Was ich gesagt habe ist richtig, es ist die Wahrheit, davon bin ich überzeugt
ein markanter Ausdruck der Bekräftigung einer unerschütterlichen Ansicht.
 
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  113) Ich möcht aus de Haut faoh und mich denejbe noo setz  
  Ich möchte aus der Haut fahren und mich daneben hinsetzen  
  Ich möchte aus Äreger, Grimm alles fahren lassen, sogar mich selbst
auf alles verzichten und mich nackt daneben stellen.
 
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  114) A Gemöich und a Njetgemöich  
  Ein Mögen und ein Nichtmögen  
  Liebe und Abneigung beides nebeneinander; alles ist durcheinander und kein Mensch kennt sich z.B. bei den jungen Leuten mehr aus; heute sind sie so, morgen wieder anders; wetterwendisch, launenhaft, je nach Stimmung sowohl innerlich als auch äußerlicher Herkunft.  
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  115) Übls Hei runteschmeißn  
  Übles, verdorbenes Heu herunterwerfen  
  Mit einer unangenehmen Sache zu tun haben, darin verwickelt sein
jemanden beleidigt haben, ohne es zu wollen
Auch: Jemandens Untaten aufdecken; besser aber, sich lieber damit überhaupt nicht befassen, denn wenn man etwas dazu sagt könnte es übel ausgelegt werden.
 
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  116) Dä hot die vezah Nuetwendigkeitn  
  Der hat die 14 Notwendigkeiten  
  Der hat große Eile
Ausdruck für einen übereifrigen Menschen; für hektische Hastigkeit und Schnelligkeit, die natürlich auch für eine gute Sache aufgewendet werden als ob ihm die 14 heiligen Nothelfer zur Seite stünden und mithelfen würden
auch für unüberlegtes Handeln
 
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  117) Meine siebm Zwetschge  
  Meine 7 Zwetschgen  
  Kleinste Habe, minimales Eigentum
Begriff für Armseligkeit und tiefe Armut
Besitz der so geringfügig anzusehen ist wie eben nur eine Handvoll einfacher Früchte
 
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  118) A ougekatta Sach  
  Eine abgekartete Sache  
  Wie im Kartenspiel, wo eine Partie versucht die anderen abzukarten, also verlieren zu lassen; sogar mit dem Hintergedanken daß sich zwei Partner miteinander in betrügerischer Absicht verabredet haben
gemeint ist eine vereinbarte, ausgemachte und abgefeimte hinterhältige Sache.
 
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  119) An annen es Haus eilaafm  
  Einem anderen ständig ins Haus kommen  
  Immer wieder erscheinen, obwohl gar nicht so erwünscht
ständig Besuche machen in anderen Häusern/Familien, meist in aufdringlicher Form, unaufgefordert bis zum Überdruß, sodaß "bald das Haus einfällt" vor lauter Kommen und Gehen.
 
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  120) Mje nex -dje nex  
  Mir nichts - dir nichts  
  Es ist nicht so einfach, nicht so leicht; es ist schwierig oder schwer
es geht nicht so einfach, so mir nichts - dir nichts, so ohne mich bzw. ohne dich
es istnicht nur auf dich sondern auch auf mich Rücksicht zu nehmen.
 
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