Kroniche Schprüchwötte und anesch Gewaaf

 
  Von meinem Opa Hans Kremer 1967 gesammelt. Es werden nach und nach immer mehr dazukommen wenn ich die Zeit finde alles einzutippen! (es sind insgesamt 239 in dem Büchlein!)  
  1-10 11-20 21-30 31-40 41-50 51-60 61-70 71-80 81-90 91-100 101-110 111-120 121-130 131-140
141-150 151-160 161-170 171-180 181-190 191-200 201-210 211-220 221-230 231-239
 
     
  151) Demit is etz paßta!  
  Damit ist jetzt Schluß/Ende, aus  
  Bestimmte Redewendung für etwas endgültiges im Sinne von: So wirds gemacht und nicht anders
das ist mein Standpunkt, mein letztes Wort
ich will ansonsten nichts mehr darüber/weiter hören und sehen (wie beim Kartenspielen auch derjenige der mangels gutem Kartenblatt paßt).
 
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  152) Segt njet schuck und njet muck  
  Sagt nicht schuck und nicht muck  
  Sagt nicht ja und nicht nein, ist unentschieden, hat keinen festen Standpunkt, zweifelt selbst daran und an sich; kann sich nicht festlegen; läßt sich auch nicht schieben/schucken und macht/muckt aber auch selbst nichts.
Unentschlossener Charakter.
 
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  153) A fremme Drejck  
  Ein fremder Dreck  
  Einheimisches, bodenständiges gilt nichts aber Fremde, Fremdes, auswärtige Sachen und zugezogene Personen, besonders mit anderer Sprache, Sitte und Auftreten sind immer geachtet
Ein sehr derber heimatlicher Ausdruck dafür: "A fremme Drejck gilt imme mähre" was gleich bedeutend ist mit dem allgemeinen Sprichwort: Der Prophet gilt nichts im eigenen Land.
 
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  154) Ka heurige Hous  
  Kein heuriger/diesjähriger, junger Hase  
  Kein Junger, kein Unerfahrener mehr sein; schon mehr wissen als der Andere meint und von einem denktund ahnt; schon etwas von der Welt usw. verstehen
Will nicht für dumm und kindisch betrachtet werden.
 
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  155) Segt njet Hund ode Sau  
  Sagt weder Hund noch Sau/Schwein  
  Unentschlossenheit, Zweifel, Standpunktlosigkeit, Unklarheit in jeder Hinsicht soll damit ausgedrückt werden.
auch: Der weiß nicht was er will
 
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  156) Schmeiß njet gleich es ganza Häusla ei  
  Wirf nur nicht gleich das ganze Haus ein/um  
  Tu nicht so eilig, voreilig, nicht so wichtig
mache es langsam und überlegt
renn nicht mit dem Kopf durch die Wand, denk an später, sei vernünftig
nicht alles auf einmal tun
 
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  157) Wos sich bezweit - bedritt sich  
  Wo zwei sind, da kommt noch ein Drittes hinzu  
  Ähnlich wie "Alle guten Dinge sind Drei" sowohl im schlechten wie auch im guten Sinne gemeint
es bleibt nicht bei eins oder zwei, sondern es kommt immer noch ein dritter Fall/eine Sache dazu.
Gemeint sind natürlich in der Hauptsache sich wiederholende gleiche Dinge, es können aber auch verschiedene Gelegenheiten sein wo eben durch den vielleicht zeitlichen oder örtlichen Zusammenhang dieser Ausspruch gebraucht wird.
 
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  158) Es is aa aufspüln  
  es ist mit einmaligem Aufspülen zu erledigen  
  Es geht in einem hin, auf einmal
man sollte/kann es gleich zusammen/miteinander tun aber bestimmt nicht im einzelnen oder getrennt
wie eben beim gebrauchten Geschirr das auch miteinander und nicht einzeln gespült/gereinigt wird ind zwar in einem Wasser
Auch: machen wir es gleich, heben wir es nicht auf, auf später, um es dann doch extra und eventuell einzeln machen zu müssen
Ausdruck für Überlegung, Arbeitseinteilung und Konzentration
 
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  159) Njet üms Freckng  
  Nicht ums Sterben, nicht um den Tod  
  Nicht um alles in der Welt, überhaupt nicht, hart bleiben
Gilt als massivste Bekräftigung einer Ansicht, eines Standpunktes von dem man nicht abweicht.
 
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  160) Den lachn die Gens aus  
  Den lachen die Gänse aus  
  Der ist dumm, daß selbst die sprichwörtlich dummen Gänse über ihn lachen
Bezeichnung für Dummheit, Einfältigkeit, Borniertheit und komischen, zumeist unhaltbaren Standpunkt in einer Sache
 
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